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Bis heute prägt die Sichtweise Hahnemanns auf die Lebenskraft die Homöopathie. Die Störung der Lebenskraft sah Hahnemann als Ursache von Krankheit, von krankhaften Prozessen.

Durch die Homöopathie sollte und soll bis heute die Lebenskraft, das harmonische Zusammenwirken von Körper, Geist und Seele, gestärkt werden. Die Lebenskraft ist das ordnende Prinzip für das innere Gleichgewicht eines jeden Individuums.

Im § 9 seines Werks „Organon der Heilkunst“ schreibt Hahnemann: „Im gesunden Zustande des Menschen waltet die geistartige, als Dynamis den materiellen Körper (Organism) belebende Lebenskraft (Autocratie) unumschränkt und hält alle seine Theile in bewundernswürdig harmonischem Lebensgange in Gefühlen und Thätigkeiten, so daß unser inwohnende, vernünftige Geist sich dieses lebendigen, gesunden Werkzeugs frei zu dem höhern Zwecke unsers Daseins bedienen kann.“

Bewegung und Atmung haben großen Einfluss auf unseren Geist, unser Gefühlsleben und unseren Körper – und damit auf unsere Gesundheit. Yoga leitet sich „yuj“ ab und stammt aus dem Sanskrit, einer altindischen Sprache, die heute noch als Gelehrtensprache gilt. Es bedeutet Anspannen, Anschirren. Im weiteren Sinne steht der Begriff Yoga für Einheit und Harmonie.

Yoga ist das „Zur-Ruhe-Bringen der Gedanken im Geist“ (Patañjali-Yoga-Sutras) und bringt uns in Fluss mit unserer Lebenskraft und zu uns selbst.

Die Ursprünge des Yoga liegen weit zurück; sie kommen aus Indien und Tibet. Yoga ist ein Übungsweg. Meine Erfahrungen habe ich während meiner Ausbildungen in verschiedenen Yoga-Ausrichtungen gemacht. Alle Yoga-Formen haben unterschiedliche Schwerpunkte, die ich im Folgenden erklären möchte.

Hatha Yoga

„Ha“ steht für Sonne, „tha“ für Mond. Männliche und weibliche Anteile werden ausgeglichen. Hatha Yoga ist körperorientiert, fordernd und fördernd. Es ist auf fünf Säulen aufgebaut:

  1. (Tiefen-)Entspannung
  2. Pranayama (Führen des Atmens, Atemtechniken)
  3. Asanas (Körperübungen)
  4. Meditation und positives Denken
  5. Ratschläge für eine gesunde Ernährung

Durch Pranayama und eine darauffolgende festgelegte Abfolge von Asanas, die wir aktiv einnehmen, und mit bewusstem Atemhalten in Kombination mit den übrigen drei Säulen erfahren wir Harmonie und Einheit, im Fluss mit unserer Lebenskraft.

Yin Yoga

Yin Yoga unterstützt und stärkt die Organe der weiblichen Energie. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gehören dazu Leber, Herz und Herzbeutel, Milz, Lunge und Niere. Mit Yin Yoga entspannen wir bewusst in die Asanas hinein, passiv, ohne Kraftaufwand, durch aktives Loslassen.

Der Atem kann frei fließen. Innere Verkrampfungen lösen sich, Muskelpartien werden durchblutet und Gewebe und Gelenke gedehnt. So können – der weiblichen Energie entsprechend – durch Spüren nach innen die eigene Wahrnehmung und Intuition gefördert werden.

Lu Jong (tibetisches Heilyoga)

„Lu“ bedeutet Körper. Die Lu-Jong-Schulung ist die älteste Bewegungslehre aus dem Tibet. Diese Yoga-Form wird auch „Meditation in Bewegung“ genannt. Sie besteht aus Atemtechniken und einer genau beschriebenen Folge von 23 Körperübungen. Körperliche, geistige und seelische Blockaden können sich lösen. Ruhe und Ausgeglichenheit und ein freier, mitfühlender Geist können erfahren werden.

Hormon-Yoga nach Dina Rodriguez

Diese Art des Yoga ist auf den weiblichen Hormonhaushalt ausgerichtet und unterstützt eine Harmonisierung und eine Milderung von Symptomen während des Klimakteriums und stärkt die innere Einstellung zu diesem Lebensabschnitt. Durch bewusste Atemtechniken wird Prana (Lebensenergie) aktiviert und in verschiedene Bereiche des Körpers, hauptsächlich die Hypophyse, die Schilddrüse sowie in die Eierstöcke und die Nebennieren, gelenkt.

Diese Bereiche erfahren gleichzeitig – infolge der eingenommenen Körperstellungen – eine sanfte Massage und Anregung, indem man den Atem dort bewusst hinfließen lässt. Kopfschmerzen, verlangsamtes Denken, Gewichtszunahme und Schlafstörungen, die während des Klimakteriums auch auftreten können, können ebenso positiv beeinflusst werden.

Cantienica® in Yoga

Diese Yoga-Methode schafft noch mehr Bewusstsein für den Körper beim Einnehmen und während der Körperstellungen. Dabei folgt der Atem dem Bewusstsein, was die korrekten Asanas umsetzt. Durch bewusstes mentales inneres Ausrichten von Beckenboden, Wirbelsäule (inklusive Wirbelkörpern) und Gelenken werden Sehnen, Bänder, Faszien und Muskeln optimal „vernetzt“ und gedehnt.

Wir können so mit unserem Körper intensiv in Kontakt treten und erfahren Stabilität in der Wirbelsäule und in den Gelenken. Auf diese Weise können wir noch individueller, nämlich unseren anatomischen Gegebenheiten entsprechend, und schonender in die Asanas eintauchen.

Durch eine bewusste innere Aufrichtung, mithilfe von gegebenen Anleitungen, bekommen wir ein Gefühl von Lebendigkeit und Präsenz. Die Lebenskraft kommt zum Fließen.